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So funktioniert’s

Vom ersten Seminar bis zum Zertifikat

Ein Kurs besteht aus Blöcken, ein Block aus Seminaren. Jedes Seminar ist eine kleine, abgeschlossene Lerninsel — und jede läuft gleich ab.

  1. Einführung

    Das Seminar beginnt mit Video, Ton oder Folien. Ist die Einführung verbindlich, zählt sie erst als durchlaufen, wenn sie wirklich angesehen wurde — Vorspulen ist kein Nachweis.

  2. Training

    Üben ohne Uhr und ohne Wertung. Eine kurze Hinführung erklärt, worum es geht; nach einer falschen Antwort gibt es die Lösung zu sehen. Wie oft trainiert wird, entscheidet jede Person selbst.

  3. Prüfungsreife

    Vor der Lernkontrolle zeigt die Plattform, ob die Übungsdaten dafür sprechen: mehrere sichere Durchgänge, genug vom Stoff gesehen. Das ist ein Rat, keine Sperre.

  4. Lernkontrolle

    Eine Auswahl aus dem Aufgabenvorrat, mit Zeitvorgabe und ohne Hilfen. Weil der Vorrat deutlich größer ist als die Prüfung, lässt sie sich nicht auswendig lernen.

  5. Zertifikat

    Sind alle Seminare eines Kurses bestanden, gibt es ein Zertifikat mit Umfang und Inhalten. Jedes trägt eine Kennung, über die sich die Echtheit öffentlich prüfen lässt.

Aufgabenformen

Das Format folgt dem Lernziel

Wer einen Ablauf beherrschen soll, bringt ihn in die richtige Reihenfolge. Wer einen Fachbegriff braucht, schreibt ihn selbst, statt ihn wiederzuerkennen.

Dreizehn Aufgabentypen stehen zur Verfügung. Keiner ist Selbstzweck: Jede Autorin, jeder Autor wählt den Typ, der das Lernziel am ehrlichsten sichtbar macht.

Beurteilen und entscheiden

Einfachauswahl

Eine richtige Antwort unter vier — meist eine Entscheidung in einer Arbeitslage. Die Ablenker bilden echte Denkfehler ab und verraten sich nicht durch ihre Länge.

Beispiel: Ein Kunde meldet einen Datenverlust. Was tust du zuerst?

Mehrfachauswahl

Mehrere Antworten treffen zu — wie viele, steht nicht dabei. Gewertet wird die Auswahl als Ganzes, sonst wäre es Abzählen.

Beispiel: Welche Angaben gehören in eine Datenschutzmeldung?

Richtig oder falsch

Mehrere Aussagen, jede einzeln zu beurteilen. Jede Aussage prüft eine typische Fehlvorstellung — immer mindestens drei, damit Raten nicht trägt.

Beispiel: HTTPS verschlüsselt den Inhalt · verbirgt die Zieladresse · nutzt Port 443.

Abrufen und berechnen

Lückentext

Der Begriff wird geschrieben, nicht angeklickt: freier Abruf statt Wiedererkennen. Im Training hilft auf Wunsch ein Wortvorrat, in der Lernkontrolle nicht.

Beispiel: Eine Datenpanne ist binnen ___ Stunden zu melden.

Berechnung

Ein Zahlenergebnis aus den Werten im Text — mit festgelegter Toleranz und Einheit. Vier vorgegebene Zahlen würden die Größenordnung verraten.

Beispiel: 12,40 € netto — wie viel sind es brutto bei 19 %?

Tabelle ausfüllen

Leere Zellen einer Tabelle ergänzen — Begriffe oder Zahlen. Für Werte, die erst im Zusammenhang von Zeile und Spalte Sinn ergeben.

Beispiel: Dienst · Port · Protokoll: HTTPS · ___ · TCP

Ordnen und in Beziehung setzen

Reihenfolge

Schritte in die richtige Abfolge bringen. Nur mit Schritten, die aufeinander aufbauen — gibt es eine zweite vertretbare Ordnung, taugt die Aufgabe nicht.

Beispiel: Sichern · Melden · Ursache beheben · Dokumentieren

Zuordnen

Jedem Element genau ein Gegenstück zuweisen. Überzählige Gegenstücke verhindern, dass sich das letzte Paar von selbst ergibt.

Beispiel: HTTP → 80 · SSH → 22 · HTTPS → 443

Gruppieren

Elemente in Kategorien einsortieren — auch in eine, in die gar nichts gehört. Besser als Mehrfachauswahl, sobald es mehr als zwei Klassen gibt.

Beispiel: Tastatur, Drucker, SSD → Eingabe · Ausgabe · Speicher

Verbinden

Linien zwischen zwei Spalten ziehen, wenn ein Element mehrere oder gar keine Beziehung haben kann. Die Rückmeldung zeigt richtige, falsche und fehlende Linien.

Beispiel: Hub, Switch, Router ↔ Schicht 1, 2, 3

Finden und analysieren

Markieren

Die kritische Stelle in einem Text, Vertrag, Log oder Code anklicken. Das Finden selbst ist die Leistung — näher an der Praxis als jede Ja-Nein-Frage.

Beispiel: Markiere die unzulässigen Klauseln im Auftragsvertrag.

Bereiche im Bild

Auf einem Foto oder Plan die richtigen Bereiche zeigen. Zeigen statt beschreiben — wo am Gerät, im Schaltplan, auf dem Vorfeld?

Beispiel: Markiere die Gefahrenzonen rund um das Flugzeug.

Fehlersuche

Aus Befunden — Log, Messwert, Zustand — erst die Ursache, dann die Maßnahme bestimmen. Getrennt gewertet sichtbar: Stimmte die Ursache, aber nicht der nächste Schritt?

Beispiel: Drucker nicht erreichbar, Display zeigt 169.254.12.7 — Ursache? Maßnahme?

Und dazu: Fallszenarien

Keine Prüfungsaufgabe, sondern eine Übung im Entscheiden: Eine Lage entwickelt sich je nach Wahl weiter und endet gut, knapp oder schlecht. Ohne Note — gerade damit auch der bequeme Weg ausprobiert werden darf.

Grenze aller Typen: Sie belegen Urteilen, Erkennen, Einordnen und Rechnen. Was nur im Tun sichtbar wird — ein Handgriff, ein Gespräch —, bleibt Sache von Praxis und Beobachtung.

Hilfen

Gleicher Maßstab, passende Darreichung

Einfache Sprache

Kurze Sätze, ein Gedanke je Satz, jederzeit umschaltbar. Fachbegriffe, die der Kurs lehrt, bleiben stehen — erklärt statt ersetzt.

Hinführung zu jeder Aufgabe

Im Training steht, wo nötig, ein Satz Kontext an der Aufgabe. In der Lernkontrolle fällt er weg, damit alle unter gleichen Bedingungen antworten.

Nachteilsausgleich

Wer den Stoff kann, aber die Uhr nicht schafft, sieht das als Zahl statt als Gefühl. Angepasst werden Rahmenbedingungen, nie der Anspruch.

Zeigen statt beschreiben

Abläufe und Zusammenhänge erklären Grafiken — immer mit Textbeschreibung.

So entsteht eine KI-Antwort in fünf Schritten: Der Prompt wird in Token zerlegt, die Token kommen ins Kontextfenster, daraus berechnet das Modell Wahrscheinlichkeiten für das nächste Token. Das gewählte Token geht zurück ins Kontextfenster – so entsteht die Antwort Token für Token.
Beispiel aus dem KI-Kurs: eine Erklärgrafik zur Einführung eines Seminars.